Museen
- Heidelberger Forum für Kunst e.V.
- Heidelberger Kunstverein e.V.
- Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg
- Museum Haus Cajeth
- Skulpturenpark Heidelberg e. V.
- Museum Sammlung Prinzhorn
- Willibald-Kramm-Preis-Stiftung
Museum Sammlung Prinzhorn
2001 gegründet, beherbergt das Museum eine weltweit einmalige Sammlung von 5000 Werken aus den Jahren 1845 - 1930 von 450 Insassen psychiatrischer Anstalten aus dem deutschsprachigen Raum und etwa 12000 Werke aus den Jahren 1960 bis heute.
Homepage: www.prinzhorn.uni-hd.de
Homepage: www.prinzhorn.uni-hd.de
Anschrift
Voßstr. 2
69115 Heidelberg
Tel +49 (0)6221 - 564492
Fax +49 (0)6221 - 561723
prinzhorn@uni-heidelberg.de
www.prinzhorn.uni-hd.de
Voßstr. 2
69115 Heidelberg
Tel +49 (0)6221 - 564492
Fax +49 (0)6221 - 561723
prinzhorn@uni-heidelberg.de
www.prinzhorn.uni-hd.de
Öffnungszeiten
Di, Do - So 11 - 17 Uhr
Mi 11 - 20 Uhr
kostenlose Führungen: Mi 18 Uhr, So 14 Uhr
Anschrift & Öffnungszeiten
Di, Do - So 11 - 17 Uhr
Mi 11 - 20 Uhr
kostenlose Führungen: Mi 18 Uhr, So 14 Uhr
Hans Prinzhorn (1886-1933), als Kunsthistoriker und Arzt mit beiden Fachgebieten vertraut, gilt heute als Pionier einer interdisziplinären Sichtweise. Ihn interessierten kulturanthropologische Fragen, etwa nach dem Ursprung künstlerischer Gestaltung oder dem "schizophrenen Weltgefühl" in der expressionistischen Kunst seiner Zeit, und er hoffte, in den Werken von Anstaltsinsassen einen unverstellten, elementaren Zugang zur Kunst zu finden.
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg baute er, von Karl Wilmanns, dem Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Klinik, beauftragt und unterstützt, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten auf. Mit seinem reich illustrierten Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ (Berlin 1922), in dem große Teile der Sammlung dokumentiert, interpretiert und in kulturkritische Überlegungen eingebettet werden, verabschiedet er endgültig die Frage nach einer diagnostischen Beweiskraft. Indem er die psychologische Gleichwertigkeit aller gestalterischen Phänomene betont und bestimmten Werken künstlerische Qualität zuerkennt, bewertet er die verachtete "Irrenkunst" und damit auch ihre Schöpfer neu.
In dieser Öffnung einer fachspezifisch eingeengten, psychiatrischen Sichtweise in kunstwissenschaftliche und künstlerische Bereiche hinein ist die besondere Leistung Prinzhorns zu sehen. Es war ein mutiger Schritt, der – langfristig gesehen – dazu beitrug, über eine angemessene Anerkennung kreativer gestalterischer Leistungen der Patienten ihre gesellschaftliche Reintegration zu fördern.
Künstler wie Alfred Kubin, Paul Klee, Max Ernst oder Pablo Picasso ließen sich von den Patientenwerken faszinieren und inspirieren. Psychopathologisch eingeweihte Künstler (Gorsen) wurden auch nach dem zweiten Weltkrieg zu wichtigen Transformatoren dieser Werke. Zusammen mit weiteren Entdeckungen von Anstalts- und Außenseiterkunst, von Dubuffet in den fünfziger Jahren zu Art Brut erklärt, geben sie bis heute wichtige ästhetische Impulse. Inzwischen hat auch die Psychiatrie weitgehend ihre Einstellung geändert. Es wird wieder gesammelt, doch jetzt unter ästhetischen Gesichtspunkten. Die Kunsttherapie hat sich in der modernen Psychiatrie etabliert.
Die historische Sammlung Prinzhorn vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1845 und 1930 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Die meisten der oft langjährig Internierten galten als schizophren. Die Werke spiegeln unterschiedliche soziale Herkunft und Bildung ihrer Autoren. In ihnen zeigt sich, oft in fragmentierter oder verfremdeter Form, Zeitgeschichte und ihre Ideologien, aber auch das individuelle Leben vor der Erkrankung sowie die deformierende Anstaltsinternierung.
Kaum einer der Insassen besaß eine professionelle künstlerische Ausbildung. Oft waren sie aber über Schule oder berufliche Ausbildungen und Tätigkeiten in Kunstgewerbe, Architektur, handwerklichen oder technischen Berufen mit gestalterischer Praxis in Berührung gekommen. Der Umgang mit diesen ′Vorkenntnissen′ ist unterschiedlich und reicht von der sorgfältigen Reproduktion des Erlernten bis zur freien Variation oder vollständigen Ablösung davon.
Im ästhetischen Raum transportieren die Werke der Sammlung Prinzhorn ein Wissen um extreme menschliche Empfindungen und Erfahrungen häufig vorsprachlicher Natur, wie sie in der Psychose durchlebt werden, und deren Verarbeitung, den Wahn mit seinem spezifischen Sinnhorizont. Die daraus resultierende, andere Weltsicht erscheint hermetisch, wobei uns die Relativität unseres eigenen, von der Gesellschaft vorgegebenen und getragenen Denkens meist nicht bewusst ist. So wird eine allgemein menschliche Dimension erfahrbar, die in uns allen potentiell vorhanden ist.
Ausführliche Informationen In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg baute er, von Karl Wilmanns, dem Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Klinik, beauftragt und unterstützt, eine einzigartige Sammlung von Werken aus psychiatrischen Anstalten auf. Mit seinem reich illustrierten Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ (Berlin 1922), in dem große Teile der Sammlung dokumentiert, interpretiert und in kulturkritische Überlegungen eingebettet werden, verabschiedet er endgültig die Frage nach einer diagnostischen Beweiskraft. Indem er die psychologische Gleichwertigkeit aller gestalterischen Phänomene betont und bestimmten Werken künstlerische Qualität zuerkennt, bewertet er die verachtete "Irrenkunst" und damit auch ihre Schöpfer neu.
In dieser Öffnung einer fachspezifisch eingeengten, psychiatrischen Sichtweise in kunstwissenschaftliche und künstlerische Bereiche hinein ist die besondere Leistung Prinzhorns zu sehen. Es war ein mutiger Schritt, der – langfristig gesehen – dazu beitrug, über eine angemessene Anerkennung kreativer gestalterischer Leistungen der Patienten ihre gesellschaftliche Reintegration zu fördern.
Künstler wie Alfred Kubin, Paul Klee, Max Ernst oder Pablo Picasso ließen sich von den Patientenwerken faszinieren und inspirieren. Psychopathologisch eingeweihte Künstler (Gorsen) wurden auch nach dem zweiten Weltkrieg zu wichtigen Transformatoren dieser Werke. Zusammen mit weiteren Entdeckungen von Anstalts- und Außenseiterkunst, von Dubuffet in den fünfziger Jahren zu Art Brut erklärt, geben sie bis heute wichtige ästhetische Impulse. Inzwischen hat auch die Psychiatrie weitgehend ihre Einstellung geändert. Es wird wieder gesammelt, doch jetzt unter ästhetischen Gesichtspunkten. Die Kunsttherapie hat sich in der modernen Psychiatrie etabliert.
Die historische Sammlung Prinzhorn vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1845 und 1930 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Die meisten der oft langjährig Internierten galten als schizophren. Die Werke spiegeln unterschiedliche soziale Herkunft und Bildung ihrer Autoren. In ihnen zeigt sich, oft in fragmentierter oder verfremdeter Form, Zeitgeschichte und ihre Ideologien, aber auch das individuelle Leben vor der Erkrankung sowie die deformierende Anstaltsinternierung.
Kaum einer der Insassen besaß eine professionelle künstlerische Ausbildung. Oft waren sie aber über Schule oder berufliche Ausbildungen und Tätigkeiten in Kunstgewerbe, Architektur, handwerklichen oder technischen Berufen mit gestalterischer Praxis in Berührung gekommen. Der Umgang mit diesen ′Vorkenntnissen′ ist unterschiedlich und reicht von der sorgfältigen Reproduktion des Erlernten bis zur freien Variation oder vollständigen Ablösung davon.
Im ästhetischen Raum transportieren die Werke der Sammlung Prinzhorn ein Wissen um extreme menschliche Empfindungen und Erfahrungen häufig vorsprachlicher Natur, wie sie in der Psychose durchlebt werden, und deren Verarbeitung, den Wahn mit seinem spezifischen Sinnhorizont. Die daraus resultierende, andere Weltsicht erscheint hermetisch, wobei uns die Relativität unseres eigenen, von der Gesellschaft vorgegebenen und getragenen Denkens meist nicht bewusst ist. So wird eine allgemein menschliche Dimension erfahrbar, die in uns allen potentiell vorhanden ist.


